Im Mai 2025 kam es oberhalb von Blatten im Lötschental zu einem der bedeutendsten Bergstürze der Schweiz. Am Kleinen Nesthorn führten Instabilitäten zu massiven Felsabbrüchen, die den darunterliegenden Birchgletscher belasteten und schliesslich eine grossflächige Naturkatastrophe auslösten.
Ab dem 14. Mai wurden erste Instabilitäten beobachtet. Felsstürze auf den Birchgletscher lösten einen Murgang aus. Aufgrund zunehmender Gefährdung wurde kurz darauf die gesamte Bevölkerung von Blatten evakuiert. In den folgenden Tagen wuchs der Schuttkegel auf dem Gletscher stark an. Das entstehende Schmelzwasser wirkte als Gleitschicht und beschleunigte das Abgleiten des Gletschers Richtung Tal.
Terradata wurde beauftragt, ein hochauflösendes Geländemodell und Orthophotos des Abbruchgebiets zu erstellen. Die Datenerfassung erfolgte mittels Photogrammetrie und LiDAR aus dem Helikopter (durch Sixense Helimap). Die aufbereiteten Daten dienten als Grundlage für die Risikobeurteilung durch die verantwortlichen Fachstellen.
Am 28. Mai glitt der Birchgletscher unter dem Druck des Bergsturzmaterials ab und stürzte in die Schlucht des Birchbachs hinunter. Die Schutt- und Eismassen verschütteten rund 90 Prozent des Dorfs.
Bereits am Folgetag erfolgte eine erneute Aufnahme und 3D-Visualisierung des Gebiets.
Ab dem 30. Mai bis Ende November 2025 beflog unsere Partnerfirma Remote Vision täglich mit automatisierten Drohnen den gesamten Schuttkegels. Die Datenauswertung stand wenige Stunden nach den Flügen im TEDAMOS Webportal zur Verfügung und ermöglichte eine kontinuierliche Analyse der Bewegungen und Setzungen der Schutt- und Eismassen sowie der Lonza.
Im Dezember installierte Terradata zusätzliche Messsysteme im Schuttkegel, darunter Porenwasserdrucksensoren und Thermistorenketten. Diese liefern seither wichtige Erkenntnisse zum Schmelzverhalten des eingeschlossenen Eises.